WIR SAGEN DANKE UND GRATULIEREN HERZLICH

Als ich das erste Mal die Universität betrat, hatte ich am Abend zuvor einen Teil der Dokumentationsreihe Spurensuche von Hans Küng gesehen. Ich war begeistert davon wie es ihm gelang, mir einen Einblick und Überblick in mein zukünftiges Studiengebiet zu geben. Und ich war fasziniert von seiner Neugier und Begeisterungsfähigkeit für das Andere auf seiner steten Suche nach dem Gemeinsamen.

Weder scheute er den stinkenden Ganges, noch die holprige und anstrengende Fahrt nach Dharamsala, der Exilheimat des Dalai-Lama und auch keine zehrenden Gespräche mit seinen Kritikern.
Dass ich nun heute als Geschäftsleiterin des Ressorts Dialog diesen Artikel verfassen kann, ist mir eine Ehre. Ein schöner Kreis in meinem Leben, welcher sich schliesst. Dass dieses Leben nicht immer nur schön ist, musste mittlerweile nicht nur ich, sondern auch Hans Küng mit seinen mittlerweile 90 Jahren mehr als einmal erfahren.
Verlust, Rückschläge aber auch Krankheit waren genauso seine Begleiter wie treue Gefährten, darunter der heutige Generalsekretär der Stiftung Weltethos Deutschland, Dr. Stefan Schlensog, aber auch unsere Stiftungsrätin Carla Schwöbel. Hans Küngs Beharrlichkeit und seinen Mut, für den interreligiösen Dialog einzustehen, sind beispiel- und vorbildhaft.

Unsere Generation steht den Begriffen interreligiöser Dialog, Menschenrechte und Interkulturalität manchmal fast gelangweilt gegenüber.

Vieles scheint zerredet und man findet sich immer mehr damit ab, für vieles scheinbar keine Lösung zu haben. Zu Zeiten Küngs erforderte es Pioniergeist, Mut und viel Geduld diesen Weg zu gehen. Doch vor allem Überzeugung. Und genau dadurch konnte er begeistern.
Auch in seiner Rolle als Schriftsteller habe ich ihn immer sehr bewundert. Unerlässliche Werke für die Wissenschaft aber auch ganz persönliche Schriften vermochte er zu verfassen. Bis heute.
Gefährlich wäre es nun, all die Werte des Weltethos und seine Prinzipien als selbstverständlich oder gefestigt zu erachten. Aufzuhören, sich für Dialog und Menschenrechte einzusetzen, lediglich weil schon mehr erreicht ist, wäre fatal. Genau dafür setzten wir uns ein. Oftmals ist dies einfacher gesagt als getan, deshalb sind wir auf eure Unterstützung angewiesen.

Denn auch weiterhin stellt sich die Frage nach einer friedlichen Zukunft der postmodernen Welt.

Damit das Zusammenleben aller Menschen in unserer vielfältigen und globalen Welt gelingen kann, braucht es weltweit verbindende Werte, ein Weltethos. Ein notwendiges Ziel, an dem wir zusammenarbeiten können, wollen aber auch dringend sollten.
Wir gratulieren Hans Küng von ganzen Herzen zum Geburtstag! Wir sind dankbar für die Unterstützung, das Vertrauen und den Weg, den Sie Herr Küng, uns geebnet haben.

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