Kunstaktion

Wo Leute sind, da ist Bewegung. Damals zog es die Leute nach San Francisco. Menschen, die Hoffnung auf eine bessere Zukunft hatten. Diese Bewegung feiert in diesem Jahr Geburtstag. 50 Jahre Summer of love.

Unzufrieden mit der Politik ihres Landes zum Beispiel in Sachen Armee und Bildung, beschlossen abertausende junge Leute ein Zeichen zu setzen. Ein Zeichen des Frieden, derFreiheit und Liebe. Der Krieg in Vietnam tobte seit Jahren ohne grosse Hoffnung auf ein baldiges Ende. Als die Menschen in San Francisco eintrafen und sich dort niederliessen, bildeten sich Gemeinschaften, die sogenannte free stores eröffneten, in denen man umsonst einkaufen gehen und später sogar freie medizinische Versorgung, in der free clinic, in Anspruch nehmen konnte. Leute protestierten gegen ein Establishment, das über Leichen geht. Gegen Gewalt, Kapitalismus und gescheiterte Ideale.

Leute protestieren weil sie eine Meinung haben. Ein Mensch, eine Meinung. In den Sechzigerjahren kam es aber zu einem Widerspruch zwischen den Ansichten von unzähligen, meist jungen Menschen und denen der Regierungen, was schlussendlich 1967 zu erwähntem Protest führte.

Wir schreiben nun das Jahr 2017 und die Menschen bewegen sich noch immer. San Francisco mag nicht mehr der Brennpunkt sein, aber die Beweggründe ähneln sich dennoch. Menschen gehen auf die Strasse um für Freiheit und Gerechtigkeit zu werben. Oft reichen diese Mittel aber nicht aus, um die gewünschte Veränderung herbeizuführen, denn der Gegner ist mit allen Wassern gewaschen.
Eigentlich rechnet sich die Sache ganz einfach, eins zu eins. Wenn irgendwo ein Goldstück wegkommt, muss es anderswo dazukommen. Leider läuft es in der Realität ein wenig anders. Unrechtmässig und unethisch angeeignet, hat der Eine plötzlich 10 Goldstücke und 10 Andere keines mehr. Auch Venezuela, ein heruntergewirtschaftetes Land, protestiert. Mittlerweile passiert es fast täglich, dass bei den heftigen Zusammenstössen Menschen mit ihrem Leben zahlen müssen. Die Interessen am Konflikt gehen aber über die Landesgrenzen hinweg und sind darauf ausgerichtet, die Berichterstattung zu unterdrücken, was teilweise auch klappt. Die USA haben wieder einmal die Finger im Spiel, wie so oft in Lateinamerika und der ganzen Welt. Heute, wie auch vor 50 Jahren. Dort war auch die Geburtsstunde des Begriffs Verschwörungstheorie, in Zusammenhang mit der Ermordung von JFK, um die Zweifler mit ihren Ansichten zu diskreditieren. Es geht nicht um die Menschen, sondern um das Kapital und das Aufrechterhalten einer bröckelnden Ideologie.

Jüngst bewegte sich auch Hamburg. Der G-20 Gipfel war noch nicht einmal angelaufen und angesichts der Repressionen des Sicherheitspersonals eine Auseinandersetzung mit den Gegnern vorprogrammiert. Gewalt ist eine Einbahnstrasse und das Resultat waren mehrere hundert Verletzte. Die Menschen gehen auf die Strasse um gegen eine unfaire Welt zu kämpfen. Tausende bleiben friedlich, wenige nicht. Auf Seiten der Gegner, sowie auch am langen Arm der Regierung, eine eben dieser G-20 Staaten. Und während die Mächtigen der Welt in Deutschland tagen, marschierten ein Regimekritiker und zehntausende seiner Anhänger und Sympathisanten durch die Türkei. Da diese Protestbewegung friedlich blieb, sind der Regierung bezüglich einem allfälligen Eingreifen die Hände gebunden, um die Aufmerksamkeit der Welt nicht auf sich zu richten.

Dies zeigt, dass die Kraft eines Einzelnen manchmal mehr bewegen kann als ein ganzer Regierungsapparat. Man denke zum Beispiel auch an den sogenannten „Tank Man“ von 1989, den Mann, der sich mit seinen Einkaufstüten in der Hand mehreren Panzern der chinesischen Armee in den Weg stellte. Das Ganze spielte sich passenderweise auf dem Platz zum Tor des himmlischen Friedens ab.
Die Regierung lenkt das Land, aber die Menschen bewegen es. So wird es immer Protest geben, wer weiss, wie in 50 Jahren protestiert wird.
Also macht nicht die Faust im Sack, sondern respektiert euch, habt euch lieb, seid friedlich und protestiert!

Were goin to san Francisco

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