Die Gäste des Abends betrachten die Installation von Irene Näf.
Ein Zuschauer liest eine Tafel der Ausstellung Weltreligionen-Weltfrieden-Weltethos.
Stiftungsratspräsident von Weltethos Schweiz, Peter Baccini, im Gespräch mit einem Teilnehmer und Gast des Abends.
Das Magazin zum Projekt @home.

Am 01. September lud Weltethos im Kirchgemeindehaus in Luzern zum zweiten Mal zu einem Anlass ein, der die Ausstellung „Weltreligionen- Weltfrieden-Weltethos“ begleitet. Die Ausstellung kann noch bis Ende September besichtigt werden.
An diesem Abend lag der Fokus ganz auf den Jugendlichen: Den Schüler*innen der Kantonsschule Alpenquai Luzern, den unbegleiteten minderjährigen Asylsuchenden und Hello Welcome Luzern. Diese hatten zusammen mit der Künstlerin Irene Naef das Projekt @home realisiert und waren, nebst Vertreter*innen von Weltethos Schweiz, die Gäste des Abends.

Zu Beginn versammelten sich alle auf der Bühne, schauten die Installation von Irene Naef und damit auch die eigenen Bilder und die Resultate der Begegnungen an. Diese sind auch in einem Magazin versammelt, somit war Übergabe des Heftes an die Anwesenden für viele ein Highlight des Abends.
Die Werbeelemente und das Cover des Magazins sind basierend auf der Juniausgabe des Magazins DU von 1959 entstanden. Das Vorwort wurde von Marco Meier, ehemaliger Chefredaktor der Zeitschrift DU, geschrieben. Es ist anerkennenswert, diese Werte und schwierigen Fragen nach Zuhause und Identität in ein solches Unterfangen zu verpacken.

„Schlimmer als schief angesehen werden: Nicht gesehen zu werden. Du musst verstehen, ich bin unsichtbar, einfach weil die Menschen sich weigern, mich zu sehen. Am Tag der Einreise setzt dichter Neben ein.“ (I.T., unbegleiteter minderjähriger Asylsuchender, Teilnehmer Projekt @home von Weltethos Schweiz)

Die Teilnehmer*innen haben alle zusammen einen Tag verbracht auf der Suche nach Antworten auf die Fragen nach Heimat, Identität, Hoffnung und Ängsten. Es entstanden berührende Fotos, die oft mehr aussagen als Worte, die still im Magazin vor einem liegen und doch laut schreien. Es sind Schreie nach Gerechtigkeit, nach Antworten und Frieden. In diesem Projekt wurde den Jugendlichen ein Raum geboten, in welchem sie ihrer Kreativität freien Lauf lassen und über alles sprechen konnten, was sie schon lange sagen wollten, nie verstanden haben oder selbst nicht beantworten können. Für einmal wurde nicht über sie gesprochen. Sondern mit ihnen, sie selbst hatten eine Stimme. Ganz im Sinne der Arbeit und Projekte des Ressorts Dialog und Weltethos Schweiz.

„Sprache und Ethik haben gemeinsam, dass sie einen Raum der Interpretation bilden, der kulturell immer wieder neu verhandelt werden muss. Auch der Theologe Hans Küng hat sein Weltethos nicht als absolute Setzung begründet. Er hat vielmehr der Ethik weltweit gemeinsame Räume zur normativen Interpretation und der Verständigung erschlossen.“ (Marco Meier, freier Publizist, Philosoph in: Das Enigma der Identität, Vorwort im Magazin zum Projekt @home von Weltethos Schweiz)

Was dabei rausgekommen ist, ist Weltethos: Beim Zusammentreffen der Schüler*innen der Kantonsschule Luzern und der unbegleiteten minderjährigen Asylsuchenden fand eine intensive Begegnung statt, Grenzen wurden aufgelöst und Vorurteile und Ängste durch Wissen und Freundschaft ersetzt, es wurde Dialog geführt. Dabei war nicht nur das Sprechen entscheidend, sondern auch das Zuhören.

„Immer deutlicher wurde mir in den letzten Jahren, dass die Welt, in der wir leben, nur dann eine Chance zum Überleben hat, wenn in ihr nicht länger Räume unterschiedlicher, widersprüchlicher oder gar sich bekämpfender Ethiken existieren.“ (Hans Küng, Projekt Weltethos)

Weitere Informationen zu den Projekten und Partnern sind zu finden unter:

 http://www.hellowelcome.ch/

http://refstadtluzern.ch/gebaeude/lukaskirche-lukaszentrum/

http://www.weltethos.ch/produkte/die-ausstellung-weltreligionen-weltfrieden-weltethos-koennen-sie-mieten/

https://www.lucernefestival.ch/de/

http://www.zufluchtkultur.de/

http://irene-naef.ch/

https://www.facebook.com/alpineum

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