Musiker von symphony.land
Der Moderator Marco Meier und die Initiantin Carla Schwöbel-Braun
Das junge Team vom Alpineum und freudige Esser.
Marco Sattler vom Lucerne-Festival im Gespräch mit Marco Meier.
Der Pianist des Ensembles spielt für die Gäste.
George Naser und seine Oud.

Der Saal der Lukaskirche in Luzern ist angenehm gefüllt, die Künstler*Innen des Ensemble von Geflüchteten aus Wien traten am selben Nachmittag mit ihrer Performance symphony.land auf, viele Gäste von Weltethos Schweiz waren anwesend und, so das Fazit, begeistert, berührt, beeindruckt. Der Ausgangspunkt für das künstlerische Projekt mit Geflüchteten war Beethovens Vierte Sinfonie, das Thema war Flucht: Flucht vor Krieg, vor Terror, vor der Arbeit, in die Arbeit, vor keiner Arbeit, aber auch Flucht nach Innen. Flucht gibt es, seit es die Menschen gibt und Flucht ist ein Menschheitsthema.

„Ein Sufi-Tänzer aus Afghanistan, der sich im Tanz eine neue Heimat schafft. Ein syrischer Oud-Virtuose, dessen Instrument alle Geheimnisse seiner Flucht kennt. Ein verlorener Sänger aus Finnland, der in der Musik Henry Purcells ein neues Leben sucht. In symphony.land finden Menschen aus den unterschiedlichsten Kulturkreisen auf der Bühne zusammen und gehen das Wagnis ein, sich mit ihren Stärken und Verletzungen, mit ihrem Scheitern und ihren Hoffnungen zu exponieren – musikalisch, aber auch indem sie ihre persönliche Geschichte erzählen, von ihren ganz verschiedenen Lebenswegen berichten“. So beschreibt das Lucerne-Festival das Projekt und so sprechen auch viele Gäste des Abends über das Gesehene: Waghalsig, berührend, persönlich, mutig und hoffnungsvoll.

Auch am Abend selbst steht das Musikalische im Zentrum. Aber auch Geschichten und Eindrücke spielen mit. Der Moderator Marco Meier fragt Marco Sattler, zuständig für Dramaturgie und zeitgenössische Projekte am Lucerne-Festival nach der schwierigen Gratwanderung mit dem Thema Identität des diesjährigen Lucerne-Festivals zwischen sensibler Thematisierung und Mainstream. „Es ist uns geglückt“, resümiert der Interviewte. Und auch Till Velten erzählt von seinem Projekt mit dem Ensemble der Geflüchteten, der aufwendigen Logistik, schwierigen Geschichten und, dass sie von Geflüchteten zu Musikern und Musikerinnen wurden.
Und dann wird Musik gespielt: Klavier, Gesungen und die arabische Laute, die Oud wird virtuos von George Naser angeklungen. Der Oud-Spieler, George Naser erzählt in einem kurzen Interview seine Sicht auf das Projekt: Er habe von einem Bekannten gehört, dass er für ein Ensemble von Geflüchteten vorspielen könne. Da sei er hingegangen und habe die Prüfung absolviert und bestanden. Seine erste Oud bekam er als er zehn Jahre alt war von seinem Vater, weil er ein guter Schüler war. George ist aus Syrien, Volkshochschullehrer und Musiker. Er mag Europa, findet es jedoch schade, dass Kultur von Europa gepachtet wird, so, dass es scheint, andere Länder verfügen über keine oder sicherlich weniger Kultur. Das möchte er ändern, indem er sich mit seiner Oud aufmacht und sie den Leuten erklärt – den Unterschied zu einer Laute beispielsweise – und sie dann erklingen lässt.

Georg Naser und seine Oud:

Weitere Informationen:

 https://www.symphony.land/projekt/
www.weltethos.ch
https://www.lucernefestival.ch/de/programm/ensemble-der-gefluchteten-wien-ayman-hlal-till-velten-ua/521

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