Die Ausstellung Weltreligionen - Weltfrieden - Weltethos
Die Ausstellung Weltreligionen - Weltfrieden - Weltethos
Anjum Amirtham im Gespräch mit Belinda Schweizer
Hinduistische Tanz Gruppe
Begegnungsabend
Eingangsbereich der Ausstellung
Flyer zur Ausstellung

Die Besucher*innen erwartete eine einnehmende Ausstellung mitten im urbanen Raum von Zürich West. Gezeigt wurde eine Klang- und Bildinstallation, die Fotografien der Dialogarbeit mit der Artikelreihe #ChanceDialog verband. Zudem führte die Ausstellung in das Projekt Weltreligion-Weltfrieden-Weltethos ein. Dabei wurden die Besucher*innen zu interaktiven Ausstellungsobjekten und erhielten viel Raum sich selbst einzubringen.Die traditionelle Wissensvermittlung wurde durch ein begegnungsreiches Abendprogramm ersetzt. Aufgetreten sind: Eine Hinduistische Tanzshow unter der Leitung von Anjum Amirtham, die Tanzperformance «Entre Deux» von Mirjam Sutter inspiriert von orientalischer Ornamentik und der Kurzfilm «Parvaneh» über die Geschichte einer Migrantin verloren in Zürich. Zusätzlich wurde der Dialogtisch «Religionen, Werte, Schweiz» organisiert, um sich bei Speis und Trank und in guter Gesellschaft über die Thematik auszutauschen. Durch Musik, Tanz, Bild und Klanginstallationen wurden die Sinne auf allen Ebenen angeregt. Die Künstlerinnen entführten das Publikum in eine ferne Welt, luden aber auch ein sich ganz eigene Gedanken über die Schönheit des Fremden, dem Zusammenspiel, Gedanken zu machen.

Die Ausstellung zürichglaube bestand aus zwei Herzstücken. Das erste war eine Installation aus Bildern, Klängen und Geschichten. Sie zeigten Zürich von seiner interreligiösen Seite und die Vermischung von Stadt und Religion. Besucher und Besucherinnen wurden eingeladen sich einen Coffee to go zu schnappen und sich in einem improvisierten Zürcher Café niederzulassen, um die Installation zu geniessen. Die Bilder stammten fast ausschliesslich aus Zürich. Formen liefen ineinander und Themenfelder taten sich auf: in «Licht und Türme» zum Beispiel, ging es um Hoffnung und Macht, in «Wege, Türen und Tore» um die Suche nach Sinn, auch über das Leben hinaus. Zum Zweck der Begegnung war das zweite Herzstück ein Dialogtisch. Man konnte sich von den Fragen inspirieren lassen: «Welche Werte braucht Zürich?» und sich austauschen. Die Dokumentation, die in der Ausstellung einer Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde, respektierte das Tempo interreligiöser Begegnungen und verzichtete auf eine Darstellung der Gespräche oder Gesprächspartner*innen.

Gelebter Dialog unter Andersdenkenden, Andersgläubigen und Menschen aus ganz unterschiedlichen Kulturen wurde an diesen kalten Winterabenden in Zürich möglich. Es trafen sich eine Inderin, welche seit Jahren leidenschaftlich tanzt und erst seit einer Woche in Zürich lebt mit einem Fotografen, der in Bern geboren wurde und auch heute noch dort lebt. Da er aber weit gereist ist konnten sie sich über beide ihre Heimaten unterhalten und ihr gemeinsames Zusammenleben in der Schweiz. An einem anderen Ausstellungstag wiederum kam es zu Diskussionen über die Notwendigkeit von Religion mit Besucherinnen der Ausstellung. Eine Besucherin war entzückt über die Schönheit Zürichs, verweilte lange in unserem Café, um dann wieder nach Chur zu fahren. Eine Tänzerin aus Frankreich war begeistert über die Schweiz und ihre Vielfalt, sprach mit uns über Europa und über die Chancen zum Dialog. An unserem Dialogtisch sprach eine Jüdin über ihr Leben in Zürich als politisch engagierte und beruflich erfolgreiche Frau –  als Jüdin aber auch als Homosexuelle.

Die Ausstellung zürichglaube ermöglichte angeregte Gespräche über Migration, Heimat aber auch das Leben und Zusammenleben in Zürich, das Projekt #ChanceDialog wird auch in den nächsten Jahren seine Spurensuche in der Schweiz fortfahren und solche Begegnungen ermöglichen um aufzuzeigen.

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